Musik

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Schon lange nicht mehr hat mich ein einzelnes Lied so gefangen wie “I Follow Rivers” von Lykke Li. Und das, obwohl der Soundtrack-Produzent meiner Jugend Nummer 1 zur Zeit Track für Track des – zu unrecht von vielen unterbewerteten – aktuellen Albums “Teargarden by Kaleidyscope” veröffentlicht, Radiohead mal wieder ein neues Album auf den Markt geworfen haben (wobei ich “King of Limbs” ehrlich gesagt bis auf wenige – großartige – Ausnahmen als belanglos und unorigineller als “Pablo Honey” finde … und letzteres hatte noch Debut-Bonus, war aber – seien wir ehrlich – kein wahnsinnig überdurchschnittliches Alternative-Album verglichen mit den damaligen Konkurrenten).

I Follow Rivers (Live on the Moon) from Lykke Li on Vimeo.

Bemerkenswert im Zusammenhang mit “I Follow Rivers”, dass Lykke Li über ihren Facebook-Account die aktuellen Videos (offiziell, live on the moon, acoustic) für die deutschen Hörer auch auf Vimeo verlinkt, und damit das “German YouTube embargo” – wie jemand kommentierte – berücksichtigt. Nette Fußnote, aber eigentlich nicht wichtig. “I Follow Rivers” funktioniert einfach. Als Fortsetzung und Gegenpol zu “Youth Novels”, als Lied zwischen Simplizität und Atmosphäre. Ich habe schon lange nicht mehr ein Lied gehört und ein Album haben wollen (und konsequenterweise auch bestellt) wie jetzt. Das mag “irgendwie retro” sein, aber es fühlt sich deutlich richtiger an, als die “progressiven” VÖ-Methoden von Radiohead, Pumpkins & Co.

Ich bin übrigens der festen Überzeugung, ein nach altem Schema veröffentlichtes “Teargarden by Kaleidyscope” hätte das Potenzial der 90er-Pumpkins gehabt. So wird jedes Lied auf die Goldwaage gelegt, nicht mehr als “Album-Track” begreifbar gemacht … und das bei einem “Konzept-Album”. Aber Billy Corgan hat es ja nicht anders gewollt…

.x…sjálfur

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Es gibt Beiträge, über die ich länger nachdenken muss, bevor ich sie schreibe. Nicht wegen der intellektuellen Vorleistung, die ich aufbringen mpsste, sondern vielmehr wegen Zeitpunkt und Ort. Ich habe seit langem vor, etwas über das Aerosol-Konzept zu schreiben. Zur ersten .kinetic…-Demo von “ANAMNESIA” habe ich Textinterpretationen bzw. Begleittexte geschrieben. Damals. Zu Aerosol sollte relativ schnell ähnliches folgen, doch dazu gekommen bin ich nicht, auch weil das Projekt zu sehr im Fluss war. Jetzt, wo es schon fast zu spät ist, um damit noch anzufangen, wird es inhaltlich plötzlich aktuell.

Das Konzept zu AEROSOL ist entstanden, als der zwanzigste Jahrestag der Chornobyl-Katastrophe näher rückte. Ich hatte mich schon in den Jahren davor stark mit dem Thema beschäftigt. Einerseits durch Tarkovskjs Film “Stalker” und Geyrhalters Dokumentation “Pripjat”, andererseits durch eine Frage, die ich mir immer wieder selbst gestellt habe, angesichts der Bilder verfallener Städte, die der Mensch wieder an die Natur abtreten musste. Wann immer Flüsse über die Ufer treten, von Menschenhand erschaffene Katastrophen Verwüstungen anrichten, existiert neben der – gemeinschaftlich geteilten – Betroffenheit und Mitleidensillusion mit den betroffenen Menschen eine Armee an Phantomen in meinem Kopf, die nach Zerstörung und dem Sieg der Naturgewalten schreien. Es ist keine bewusste Entscheidung und sie steht in keiner Konkurrenz zum Ideal des menschlichen Mitgefühls, es ist eine Koexistenz von zivilisatorisch-moralischem Sozialsinn und spirituell verwurzeltem Ur-Instinkt – wir sind Kinder der Erde, nichts mehr und nicht weniger.

Es ist einfach festzustellen: Angesichts der Lage, in der sich Japan jetzt befindet, ist es vielleicht ein denkbar pietätloser Zeitpunkt, sich über dieses Thema Gedanken zu machen – aber da Pietät etwas ist, das ich nur durch rein empirische Beobachtung und theoretisch Konstrukt erlent habe, aber nie gesellschaftlich adäquat empfinden kann, ist bei mir ohnehin alles zu spät. Also versuche ich, meine Gedanken soweit offen zu legen, dass man sie lesen und offen interpretieren kann. Deute in meine Gedanken was du willst, es ist nur ein Spiegelbild dessen, was du selbst denkst. Uns verbindet ohnehin dieselbe Energie. Sprirituell gesehen – vollkommen egal, wie wir sie nennen.

AEROSOL – um zum Ursprung zurückzukehren – dreht sich lose um Radioaktivität. Dabei ging es mir nie um ein politisches Statement (auch wenn ich persönlich dazu ganz eindeutig Stellung beziehe) sondern darum, jedes Lied zu einer eigenen Anekdote zu machen. “The Kremlin King” (übrigens eine Textzeile aus Billy Corgans Text zu “The End Is The Beginning Is The End”) zielt auf die Instrumentalisierung der Medien im Polonium-Mord an Alexander Litwinenko ab, “Walking Ghost” bedient sich des gleichnamigen Syndroms im Verlauf der Strahlenkrankheit als Metapher für einen alltäglichen psychischen Zustand zwischen einer depressiven und einer manischen Phase, “Pripjat” stellt die Frage nach der Heimatlosigkeit der ehemaligen Einwohner der heutigen Sperrzone um das Kraftwerk Chornobyl … und so geht es weiter. “Aerosol” als Titel übrigens angelehnt an den Aerosol-Flug, der die Strahlung als radioaktive Wolke über Europa verteilt hat – hier zeigt sich (zumindest hoffe ich das) genau diese Diskrepanz zwischen Tragödie und “Die Natur wird siegen”-Romantik.

Im Gegensatz zum ANAMNESIA-Konzept, in dem der Protagonist am Ende die “Lösung” in einer Utopie findet, endet das AEROSOL-Konzept eher in einer Dystopie, die im Gegensatz zur ANAMNESIA-Utopie aber deutlich ertragbarer ist. Damit dreht sich auch das AEROSOL-Konzept am Ende doch wieder nur um die Subjektivität der Wahrnehmung.

Soviel zum Philosophiemodus.

.x…sjálfur

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Aviary

Es geht um Vögel. Ja, die Tiere. Im metaphorischen Sinne. Dieses Wochenende haben – für mich – einige Aspekte des Projekts “Acrophobic Aves & Taphaphobic Vermo” Konturen angenommen. Der Projektname wird programmatisch:

Acrophobic Aves – die manische Seite
Taphaphobic Vermo – die depressive Seite

So ungefähr. Der “Aves” hat gestern und heute mit dem neuen Lied “Aviary” ein passendes Zuhause bekommen. Und befindet sich mittlerweile auf einem Weg in Richtung Psychedelic. Mit “Experimental Rock, Neo-psychedelia, Progressive Folk” habe ich die Richtung, in die es gehen soll, mal angesetzt, das scheint auch weitgehend einzutreffen. Ich warte jetzt auf Rückmeldung aus Berlin, dann wird weitergeplant.

Vielleicht kann ich mich in den nächsten Tagen dazu überwinden, eine erste (schraddelige) Demo von “My Thoughts Were Always Close To The Sun Though My Words Are Not” hier ins Blog zu stellen. Wäre dann mal Blog-exklusiv. Nix mit Facebook und sowas…

.x…sjálfur

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AutoExil

Ich bin noch nicht ganz fertig, aber fast! Und das ist damit schon fast eine Premiere, denn bisher habe ich noch jeden Text, der über das Format “Kurzgeschichte” hinausging, vorzeitig abgebrochen. Dieses mal wird das was! Auch wenn mir das Ende noch echte Kopfschmerzen bereitet, hauptsächlich aber deshalb, weil ich mehrere Variante im Kopf habe, was bedeutet, dass ich bis zum Ende gedacht habe – ebenfalls eine Premiere.

Cover von AutoExil

sjÁlfur

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