Wenn man so mit anderen Autoren rumspinnt.

Oktober 20 2015, 0 Comments

Oder wie ich ein neues Genre für mich entdeckte.

Eigentlich war es eine Schnapsidee, aber am nächsten Tag war da immer noch die Idee und als ich eine Woche später mir Notizen machte, entschied ich das Ganze auszuarbeiten.
Wovon ist die Rede? Ein Romanprojekt, besser gesagt, ein Roman-Reihen-Projekt. Wenn schon denn schon.
Die Schnapsidee dabei ist allerdings nicht gewesen, dass ich mich für fünf Romane einer Geschichte widme, sondern das Genre. Nachdem ich also einige Heidegeist oder Ähnliches getrunken und verschüttet hatte, dachte ich mir. Warum nicht mal etwas schreiben, was eigentlich so gar nicht zu Dir passt? Hört sich voll gut an. Und um es noch interessanter zu machen garniert man das Ganze mit Stichpunkten, die ich persönlich nicht ausstehen kann. Voll gut, kann man mal machen.
Okay, was kritzelte ich also auf den Bierdeckel, der am nächsten Tag versifft vom Bier und Absinth und Heidegeist war (und den Spritzern nach zu urteilen, hatten wir auch Kaffee getrunken)?

• Chick-Lit
• Herzen
• Engelchen
• Hochzeiten
• Die große Liebe

 

Cover des ersten Bands um Emma und ihrem Cupido

Cover des ersten Bands um Emma und ihrem Cupido

So ohne Erklärung kann ich das sicher nicht stehen lassen. Was habe ich denn gegen diese Punkte? Gut, bei den Herzen ist das einfach. Das ist einfach eine irrationale, ganz persönliche Abneigung. Einfach also, weil ich das Ganze nicht erklären kann. Es muss an der Form und an der Kombination mit der Farbe zusammenhängen, denn die Form des Piks auf Karten löst bei mir kein Unbehagen aus. Über meine Abneigung Herzen gegenüber habe ich schon vor Jahren gebloggt, ein tief verwurzeltes Unbehagen sozusagen.
Bei kleinen Putti sieht es recht ähnlich aus, wobei ich durchaus Kunstwerke kenne auf denen ich Putti, Amoretten, Eroten und andere geflügelte kleine Genien durchaus mag, aber ich nähere mich dem Ganzen mit Vorsicht. Die Putti auf der Sixtina verabscheue ich losgelöst vom Gemälde regelrecht. Diese speckige Verniedlichung, die Wiederholung einer äußert beliebigen Rezeption nervt mich.
Hochzeiten und die große Liebe kann man für mich auch gerne in einen Topf werfen. Schon nur die Formulierung „der schönste Tag ihres Lebens“ irritiert mich. Warum? Und dann die Idee, dass es ausschließlich einen Menschen gibt, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will/muss, weil er der Seelenverwandte ist, ist nicht gerade meine Vorstellung von Romantik. Ich habe nichts gegen Hochzeiten, auch nicht die Idee, dass man sich entscheidet das Leben miteinander zu meistern, es sind die sind wohl eher die Herzen und die Selbstaufgabe bei der ganzen Geschichte.
Und dann kommen wir zu einer bestimmten Form von Romanen, die Heldinnen haben, die eigentlich fest im Leben stehen (mehr oder weniger), Karriere machen und sich durchaus selbst behaupten können, aber am Ende dennoch total glücklich sind, weil sie einen reichen, erfolgreichen Typen heiraten, der weiterhin nur für sie Augen hat, während sie zu Hause die gemeinsamen Kinder aufzieht. Kotz.
Nein, ich habe nichts gegen Familien, die sich dafür entscheiden sich die Lebensbereiche aufzuteilen, egal wie. Aber in vielen Romanen wird so getan, als wäre die Heldin emanzipiert um in Wirklichkeit nur die Sehnsucht nach konventionellen Rollenbildern zu erfüllen. Das hasse ich noch mehr als Herzen.

Mehr als die Summe ihrer Teile, oder, Ich schreibe es so um, dass es mir gefällt

Ist ja dann wohl klar, dass ich unbedingt gleich eine Romanreihe schreiben muss, in denen genau diese Punkte eine entscheidende, positive Rolle spielen sollen. Ich habe mir also ein Alter Ego gebastelt, sagt „Hallo“ zu Laura Wunder, mit dem ich versuchen will die Seite hervorzuzaubern, die nicht so störrisch ist was alle diese Schlagworte anbelangt und aus dem Ganzen etwas zaubert, was auch ich gerne lesen würde.
Und was soll ich sagen Laura Wunder wird ihrem Namen ganz gerecht, denn im Frühjahr habe ich den ersten Band einer fünfreihen Reihe geschrieben, der diese Woche auf den Markt kommt. „Sanfter Engel mit Schuss“ heißt das Buch, in der Emma Sand und ihr himmlischer Freund Raffael von einer Patsche in die andere geraten und dafür sorgen müssen, dass ein Paar sein Glück findet.
Und zumindest ich hatte bisher viel Spaß am Schreiben und meinen Figuren, sodass ich trotz seines Engeldaseins den kleinen Putto Rafy ganz gerne habe.

 
Jetzt müssen nur noch die Leser entscheiden ob sie nach Sci/Fi mir auch dieses Genre abnehmen.

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