Warum Kaffee?

Dezember 8 2017, 0 Comments

Wenn Kaffee nicht nur ein Getränk ist

Letztes Jahr fragte mich eine Freundin warum ich Kaffee als mein Medium für meine Kunst gewählt hatte. Und ich war erstmal perplex. Ich will mich da gar nicht so festlegen, aber dennoch ist es ohne Frage so, dass es für mich einen großen Reiz ausmacht. Und ich beschäftige mich tatsächlich, wenn auch nicht ausschließlich, schon einige Jahre damit.

Kleckerei im Skizzenbuch

Am Anfang stand eine Tasse Kaffee

Mein erster Kaffeeversuch war eigentlich eine Bleistiftskizze, die ich mit Kaffee kolorierte. Der Kaffee stand neben meinem Skizzenblock und ein paar Tage zuvor hatten meine damaligen Kollegen und ich uns belustigt den Tisch eines Mitarbeiters angesehen, der mehr Kaffeeflecken aufwies als seine weiße Grundfarbe. „Inhaber“ des Tisches behauptete, dass das Kunst sei und wir versuchten darin mehr als nur abstrakte Kunst zu sehen. Und so kam es, dass ich das erste Mal Pinsel in meiner Kaffeetasse wiederfand …
Bei meinen ersten Kaffeebildern war es mir wichtig, dass es spontan und eben etwas gekleckst aussah. Heute finde ich die feineren Sachen gut. Und ich bin etwas vom typischen Aquarell Nass in Nassmalen abgekommen. Das bedeutet natürlich auch, dass ich jetzt deutlich länger an einem Bild sitze.Bär 001

Wenn ich Kaffee kocche, mache ich gerne Kaffeesirup

Die Techniken, mit denen ich angefangen habe zu malen sind Aquarelltechniken, da fühle ich mich zuhause. Und ich habe auch viel „beschränkt“ gemalt. Mal war es wichtig zu lasieren, nur mit wenigen, wenn nicht sogar nur mit einer Farbe, das nächste Mal war das Verlaufen relevant oder das Befeuchten, das Wässern des Papiers. Mit Kaffee konnte ich genau diese Techniken anwenden und hatte gleichzeitig den Reiz des Neuen. Kaffee ist nicht nur eine Farbe, die man genau wie Aquarellfarbe anwenden kann. Durch Oxidation kann er seine Farbe leicht ändern und dick wird er fast opak und trocknet glatt und glänzend wie Lack. Und wenn er dünn ist, muss man durch Lasieren erst Farbdichte erzeugen. Ich bin schnell darauf gekommen Kaffee einzukochen. Die ganze Wohnung riecht nach sehr, sehr starken Kaffee und der Sirup ist sicher untrinkbar. Und dieses Jahr habe ich es mir einfach gemacht und Instantespresso gekauft. Den löse ich fast schon zu einer Paste und füge dann so viel Wasser mit dem Pinsel hinzu wie ich gerade benötige. Dabei habe ich festgestellt, dass sich Espresso von Kaffee aus der Frenchpress stark unterscheidet der Instant ähnelt aber eher dem eingekochten Espresso. Ich lasiere immer noch das eine oder andere Mal, aber bin nicht nur darauf beschränkt.

Das Einschränken kann befreiend sein

schnecke02So, wie ich mich mit dem Kaffee auf eine Farbe beschränke, habe ich auch das Sujet eingeschränkt. Ich male immer eine Serie mit einem groben Rahmen. Bisher waren es immer Tiere. Erst habe ich vor allem heimischen Tiere aus dem „Wald“ genommen, als nächstes waren es domestizierte Tiere, meist welche mit denen ich in meinem Leben etwas verbinde und in diesem Jahr male ich Insekten, Kriechtiere und kleine Amphibien. Ich habe zwar auch mal anderes mit Kaffee gemalt, aber bei denen war der Sepiaaspekt, also der Effekt des künstlich gealterten wichtig, wie bei meinem Bild The Golden Adipose.
Käthe Kollwitz hat mal geschrieben, dass sie herausgefunden hatte, dass sie eine Schwarzmalerin war. Wenn ich das auf den Kaffee und mich übertrage, dann sage ich bestimmt nicht, dass ich eine Kaffeemalerin bin. Aber ich weiß, dass ich es dennoch immer wieder machen will. Kaffee ist also nicht mein ausschließliches Medium, aber ganz sicher ein wichtiges.

hummel

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